Inhalt (8 Abschnitte)
- Was zahlen Selbstständige 2027 in der GKV?
- Schwankende Gewinne: Die GKV atmet mit – die PKV nicht
- Krankengeld in der GKV vs. Krankentagegeld in der PKV
- Familie: ein Einkommen, mehrere Beiträge
- Alter und Rente: der Punkt, den Selbstständige oft unterschätzen
- Rückweg: Wann Selbstständige zurück in die GKV können
- Ärzte, Anwälte, Architekten: Was für Kammerberufe gilt
- GKV oder PKV für Selbständige: Wann passt was?
- Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen 2027 ab 6.375 € Monatseinkommen rund 1.345 € (mit Kind) bis 1.402,50 € (kinderlos) für Kranken- und Pflegeversicherung – Szenario mit 2,9 % Zusatzbeitrag und Krankengeld, Stand 09.10.2026.
- Unterhalb der Bemessungsgrenze sinkt der GKV-Beitrag mit dem Einkommen; als Untergrenze zählen 2027 rund 1.376,67 € im Monat (eigene Berechnung).
- Krankengeld gibt es in der GKV für Selbstständige nur mit dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 %; in der PKV sichern Sie Ihr Einkommen über ein wählbares Krankentagegeld ab.
- Der PKV-Beitrag hängt nicht vom Gewinn ab – in schwachen Jahren und im Ruhestand kann das zur Belastung werden, denn einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nie.
- Rund 1,5 Millionen hauptberuflich Selbstständige sind freiwillig gesetzlich versichert (BMG, Stichtag 01.08.2026).
Bei der Frage „GKV oder PKV für Selbständige?“ wiegt jede Zahl doppelt, weil Sie den Beitrag allein zahlen: 2027 kostet die freiwillige GKV ab 6.375 € Monatseinkommen rund 1.345 € (mit Kind) bis 1.402,50 € (kinderlos) im Monat – Szenario mit 2,9 % Zusatzbeitrag und Krankengeld, Stand 09.10.2026. Die PKV kann am Anfang deutlich günstiger sein. Ihr Beitrag hängt aber nicht vom Gewinn ab, was in schwachen Jahren und im Ruhestand zum Risiko wird.
Rund rund 1,5 Mio. hauptberuflich Selbstständige sind freiwillig gesetzlich krankenversichert (BMG, Stichtag 01.08.2026). Für viele von ihnen ist 2027 ein Wendepunkt. Wer kinderlos ist und über der Bemessungsgrenze verdient, zahlt 2026 bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag und mit Krankengeld bereits 1.261,31 € im Monat. 2027 kommen im Szenario rund 141 € dazu. Der Grund ist vor allem die höhere Beitragsbemessungsgrenze (BBG), also das Einkommen, bis zu dem Beiträge berechnet werden. Sie soll laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 auf 6.375 € steigen; der Bundesrat muss noch zustimmen.
Ob die private Krankenversicherung (PKV) die bessere Antwort ist, hängt bei Selbstständigen und Freiberuflern weniger vom heutigen Beitrag ab als von drei Fragen: Wie stabil ist Ihr Gewinn? Wer gehört zu Ihrer Familie? Und wie wollen Sie den Beitrag im Ruhestand zahlen?
Was zahlen Selbstständige 2027 in der GKV?
Als freiwillig versicherter Selbstständiger zahlen Sie den vollen Beitrag allein. Beitragspflichtig sind dabei nicht nur Ihre Gewinne. Bis zur Bemessungsgrenze zählen alle Einkünfte, auch Mieten und Kapitalerträge (§ 240 SGB V). Wer mit dem Geschäft wenig verdient, aber hohe Nebeneinkünfte hat, kann deshalb trotzdem den Höchstbeitrag zahlen.
| Zusatzbeitrag (Szenario) | Mit Krankengeld, mit Kind | Mit Krankengeld, kinderlos | Ohne Krankengeld, kinderlos |
|---|---|---|---|
| 2,9 % | 1.345,13 € | 1.402,50 € | 1.364,25 € |
| 3,1 % | 1.357,88 € | 1.415,25 € | 1.377,00 € |
| 3,5 % | 1.383,38 € | 1.440,75 € | 1.402,50 € |
| Zum Vergleich 2026 (2,9 %) | 1.226,44 € | 1.261,31 € | – |
Nach geltendem Pflegerecht, also ohne Pflegereform, wären es kinderlos 1.370,78 € statt 1.402,50 €. Und die Kasse macht einen Unterschied: Die Zusatzbeiträge reichen im Oktober 2026 von 2,18 % bis 4,39 %. Bei der teuersten Kasse wären es kinderlos rund 1.497 €, bei der günstigsten mit Kind und nach geltendem Pflegerecht rund 1.288 € (jeweils Szenario).
GKV-Höchstbeitrag für freiwillig versicherte Selbstständige
Kranken- + Pflegeversicherung pro Monat, kinderlos, mit Krankengeld, Ø-Zusatzbeitrag
Eigene Berechnung aus amtlichen Werten (BBG, allg. Beitragssatz 14,6 %, Ø-Zusatzbeitrag, Pflege inkl. Kinderlosenzuschlag, jeweils Stand Jahresende). *2027 Szenario: BBG 6.375 € (Kabinettsbeschluss 07.10.2026), Zusatzbeitrag 2,9 % angenommen, Pflege 4,5 % laut Kabinettsentwurf.
Ihren persönlichen Beitrag berechnen Sie mit dem GKV-Höchstbeitrag-Rechner. Was genau als Einkommen zählt, erklärt der Ratgeber Freiwillig versichert: Höchstbeitrag und Einkommen.
Schwankende Gewinne: Die GKV atmet mit – die PKV nicht
Unterhalb der Bemessungsgrenze zahlen Sie in der GKV einen Prozentsatz Ihres tatsächlichen Einkommens. Nach unten gibt es eine Untergrenze, die Mindestbemessung. Sie liegt 2027 bei einem Drittel der Bezugsgröße von 4.130 €, also bei rund 1.376,67 € im Monat (eigene Berechnung aus dem Verordnungsentwurf). Wer weniger verdient, zahlt trotzdem auf diesen Betrag. Wer gerade gründet und die ersten Jahre mit schwankendem Gewinn durchspielen möchte, kann das mit dem Gründer-KV-Rechner tun.
Die Krankenkassen setzen den Beitrag Selbstständiger zunächst vorläufig fest, meist auf Basis des letzten Einkommensteuerbescheids. Liegt der Steuerbescheid für das jeweilige Jahr vor, wird endgültig abgerechnet – mit Nachzahlung oder Erstattung. Das ist bürokratisch, hat aber einen klaren Vorteil: Ihr Beitrag folgt Ihrem echten Gewinn. In der PKV bleibt der Beitrag gleich, ob Ihr Jahr gut oder schlecht war.
| Monatsgewinn | GKV mit Kind | GKV kinderlos | PKV-Orientierung |
|---|---|---|---|
| bis 1.376,67 € (Mindestbemessung) | 290,48 € | 302,87 € | 649 € |
| 3.000 € | 633,00 € | 660,00 € | 649 € |
| 5.000 € | 1.055,00 € | 1.100,00 € | 649 € |
| ab 6.375 € | 1.345,13 € | 1.402,50 € | 649 € |
Die Tabelle zeigt den Kern der Entscheidung: Bei hohem Gewinn kann die PKV deutlich günstiger sein. Bei einem Gewinn um 3.000 € liegen beide etwa gleichauf. In einem schwachen Jahr ist die GKV klar im Vorteil. Wer gerade gründet oder in einer Branche mit stark schwankenden Aufträgen arbeitet, sollte diese Zeile ernst nehmen.
Wenn es eng wird: Was die PKV in Krisen vorsieht
Können Sie die PKV-Beiträge nicht mehr zahlen, werden Sie nach einem Mahnverfahren in den Notlagentarif umgestellt. Er deckt nur akute Erkrankungen, Schmerzzustände und Schwangerschaft ab, und bis zu 25 % der Prämie werden aus Ihren Alterungsrückstellungen entnommen. Laut Stiftung Warentest waren 2024 rund 89.000 Menschen im Notlagentarif. Bei Hilfebedürftigkeit halbiert sich der Beitrag im Basistarif (§ 152 Abs. 4 VAG). Beides sind Notlösungen, keine Planungsgrundlage. Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag ebenfalls – eine spätere Senkung des Selbstbehalts braucht aber eine Gesundheitsprüfung.
Krankengeld in der GKV vs. Krankentagegeld in der PKV
Wer selbstständig ist, verdient nichts, solange er krank ist. Der Lohnersatz ist für Sie deshalb mindestens so wichtig wie die Erstattung der Arztkosten. Beide Systeme lösen das unterschiedlich.
| Merkmal | GKV: Krankengeld | PKV: Krankentagegeld |
|---|---|---|
| Wie versichert? | Über den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % (Wahlerklärung); mit 14,0 % kein Krankengeld | Eigener Baustein im Vertrag |
| Mehrkosten | 2027 ab BBG 38,25 € im Monat gegenüber dem Satz ohne Krankengeld | Tarifabhängig, je nach Tagessatz und Karenzzeit |
| Höhe | Gesetzlich geregelt, abhängig vom beitragspflichtigen Einkommen | Frei wählbar; sollte zum tatsächlichen Nettoeinkommen passen |
| Beginn | Nach den gesetzlichen Regeln Ihrer Kasse; Wahltarife möglich | Nach der gewählten Karenzzeit (Wartezeit bis zur ersten Zahlung) |
| Steuer | Beiträge zur Basisabsicherung absetzbar | Krankentagegeld-Anteil nicht als Basisabsicherung absetzbar |
| Im Ruhestand | Kein Krankengeld mehr | Endet mit Rentenbeginn, der Beitragsanteil fällt weg |
Wichtig für die PKV: Das versicherte Tagegeld sollte zu Ihrem tatsächlichen Nettoeinkommen passen. Zu wenig gefährdet Ihre Existenz bei langer Krankheit. Zu viel kostet Beitrag, ohne dass im Leistungsfall mehr als Ihr Einkommensausfall ersetzt wird. Prüfen Sie die Bedingungen genau, zum Beispiel, wann die Leistung endet.
Familie: ein Einkommen, mehrere Beiträge
In der GKV sind Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder unter Umständen beitragsfrei familienversichert. Die Einkommensgrenze für den Partner liegt 2026 bei 565 € und 2027 bei 590 € im Monat (eigene Berechnung). In der PKV braucht dagegen jede Person einen eigenen Vertrag. Für eine selbstständige Alleinverdienerin mit Partner und zwei Kindern sind das vier Beiträge statt einem.
Umgekehrt gilt: Ist bei Ehepaaren der privat versicherte Elternteil der Hauptverdiener und liegt sein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze, sind die gemeinsamen Kinder in der GKV nicht familienversichert (§ 10 Abs. 3 SGB V). Ab 2028 kommt in der GKV ein Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten für familienversicherte Ehegatten hinzu – mit Ausnahmen, etwa solange ein Kind unter 12 ist. Auf Basis der BBG 2027 wären das rund 159 € im Monat. Was das für Ihre Familie bedeutet, zeigt der Ratgeber PKV mit Familie und Kindern.
Rechnen Sie Ihre Familie konkret durch: Der Familien-Rechner GKV vs. PKV vergleicht die beitragsfreie Familienversicherung mit den Einzelverträgen der PKV – für Selbstständige ohne Arbeitgeberzuschuss.
Alter und Rente: der Punkt, den Selbstständige oft unterschätzen
Angestellte bekommen in der PKV bis zur Rente einen Arbeitgeberzuschuss. Selbstständige nie. Was im Ruhestand zählt, sieht deshalb anders aus:
- Rentenzuschuss nur mit gesetzlicher Rente: Die Rentenversicherung zahlt 2026 8,75 % der gesetzlichen Rente als Zuschuss, höchstens die Hälfte des Beitrags. Voraussetzung ist eine gesetzliche Rente (Wartezeit 5 Jahre). Wer kaum eingezahlt hat, bekommt wenig oder nichts. Wie sich die eigene Altersvorsorge aufstellen lässt, vergleicht der Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige im Überblick.
- Entlastungen: Das Krankentagegeld endet mit Rentenbeginn. Der gesetzliche 10-%-Zuschlag wird nur bis zum 60. Lebensjahr gezahlt und dämpft ab 65 Beitragserhöhungen.
- GKV im Alter: Wer freiwillig versichert bleibt, zahlt auf alle Einkünfte bis zur BBG – auch auf Mieten und Kapitalerträge. Der Beitrag sinkt aber mit dem Einkommen.
- Langfristrechnung: Die Stiftung Warentest zeigte 2025, dass ein PKV-Beitrag von 600 € bei 3,1 % Steigerung pro Jahr bis 2055 auf rund 1.500 € wachsen würde. Der PKV-Verband hält dagegen, dass ein GKV-Beitrag nach derselben Methode auf rund 1.840 € stiege. Beides sind Szenarien.
Finanztest rät Versicherten ohne großes Vermögen, bis zum Ende des Erwerbslebens ein Polster für die Beiträge im Alter aufzubauen. Viele Versicherer bieten zudem Beitragsentlastungstarife an, die den Beitrag ab einem festen Alter senken. Mehr dazu im Ratgeber GKV oder PKV im Alter.
Rückweg: Wann Selbstständige zurück in die GKV können
Viele Selbstständige gehen davon aus, dass sie bei Bedarf einfach zurück in die GKV wechseln. Das stimmt nicht. Die Selbstständigkeit aufzugeben, reicht nicht aus. Unter 55 kommen Sie nur zurück, wenn Sie wieder versicherungspflichtig werden: durch eine echte Anstellung mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze oder durch den Bezug von Arbeitslosengeld I. Für Selbstständige, die in eine Anstellung wechseln, gilt dabei die allgemeine Grenze – 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €.
Ab 55 ist die Rückkehr in der Regel ausgeschlossen, wenn Sie in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder selbstständig waren (§ 6 Abs. 3a SGB V). Scheinbeschäftigungen, nur um wieder in die GKV zu kommen, sind unzulässig. Alle Wege und Grenzen erklärt der Ratgeber Zurück in die GKV.
Wichtig zu wissen:Wer als Selbstständiger in die PKV wechselt, trifft in vielen Fällen eine Entscheidung fürs Leben. Planen Sie sie so, dass sie auch mit weniger Gewinn, mit Familie und im Ruhestand trägt.
Ärzte, Anwälte, Architekten: Was für Kammerberufe gilt
Freiberufler mit eigener Kammer – etwa niedergelassene Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Architekten – sind in der Krankenversicherung genauso frei wie andere hauptberuflich Selbstständige: Sie können sich freiwillig gesetzlich versichern oder in die PKV wechseln, eine Einkommensgrenze gilt für sie nicht. Das Versorgungswerk der Kammer regelt nur die Altersversorgung, nicht die Krankenversicherung.
Anders ist es bei angestellten Ärzten in Klinik oder MVZ: Für sie gilt die Versicherungspflichtgrenze wie für alle Angestellten – 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 € im Jahr (Zustimmung des Bundesrats ausstehend). Erst oberhalb dieser Grenze ist der Wechsel in die PKV möglich; den Arbeitgeberzuschuss gibt es dann bis zur Höchstgrenze.
Für Praxisinhaber zählt neben dem Beitrag vor allem die Absicherung des Verdienstausfalls: In der GKV ist das Krankengeld an die Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt, in der PKV lässt sich das Krankentagegeld an den tatsächlichen Praxisgewinn anpassen. Wer hohe Fixkosten in der Praxis trägt, sollte diesen Punkt vor dem Beitrag prüfen. Welche Besonderheiten Ärztinnen und Ärzte bei Tarifstufen, Ärztetarifen und Krankentagegeld beachten sollten, erklärt der Leitfaden PKV für Ärztinnen und Ärzte. Die typischen Fragen anderer Kammerberufe beantworten wir im kostenlosen System-Check – ohne Gesundheitsfragen.
GKV oder PKV für Selbständige: Wann passt was?
Die Antwort hängt von Ihrer Lebenslage ab, nicht von einem Pauschalurteil. Diese Übersicht ordnet die typischen Fälle ein:
Die GKV ist meist die bessere Wahl, wenn …
- Ihr Gewinn stark schwankt oder Sie gerade gründen,
- Partner und Kinder beitragsfrei mitversichert sind,
- Sie 50 oder älter sind,
- Ihre gesetzliche Rente gering ist und keine Rücklage für PKV-Beiträge besteht.
Die PKV kann die bessere Wahl sein, wenn …
- Ihr Gewinn dauerhaft deutlich über der BBG liegt,
- Sie jung einsteigen und keine beitragsfreie Familienversicherung verlieren,
- der Tarif mindestens GKV-Niveau und ein passendes Krankentagegeld bietet,
- Sie einen Teil der Ersparnis für den Beitrag im Alter zurücklegen.
Wichtig bei der Tarifwahl: Ein billiger Einstieg kann teuer werden. Laut Stiftung Warentest erfüllten 2025 nur 384 von 1.245 geprüften Tarifkombinationen die Mindestkriterien für einen Rundum-Schutz. Worauf Sie achten sollten, zeigt der Ratgeber zu billigen PKV-Einsteigertarifen. Den großen Systemvergleich mit Entscheidungsbaum finden Sie unter GKV oder PKV.
Häufige Fragen
Gilt die Versicherungspflichtgrenze auch für Ärzte?
Nur für angestellte Ärzte, etwa in Klinik oder MVZ: Sie dürfen 2027 erst ab einem regelmäßigen Jahresgehalt über 84.150 € in die PKV (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Niedergelassene Ärzte und andere Kammerberufe sind hauptberuflich selbstständig und können unabhängig vom Einkommen wählen; das Versorgungswerk betrifft nur die Rente.
Was kostet die GKV für Selbstständige 2027?
Bei einem Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze von 6.375 € im Monat zahlen Selbstständige 2027 im Szenario rund 1.345,13 € mit Kind und 1.402,50 € kinderlos (Zusatzbeitrag 2,9 %, mit Krankengeld, Pflegereform-Entwurf; Stand 09.10.2026). Darunter gilt ein Prozentsatz vom Einkommen, mindestens auf Basis von rund 1.376,67 € im Monat. Je nach Krankenkasse weicht der Beitrag ab.
Ist die PKV für Selbständige günstiger?
Am Anfang häufig ja, vor allem für junge, gesunde Singles mit hohem Gewinn: Der günstigste Tarif mit den Mindestkriterien der Stiftung Warentest kostete 2025 für 35-Jährige 649 € im Monat. Über die Jahre hängt das Ergebnis von Beitragsanpassungen, Familie und dem Einkommen im Alter ab. In schwachen Geschäftsjahren sinkt der PKV-Beitrag nicht.
Bekommen Selbstständige in der GKV Krankengeld?
Nur, wenn sie den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % wählen. Mit dem ermäßigten Satz von 14,0 % besteht kein Anspruch auf Krankengeld. Bei einem Einkommen ab der Bemessungsgrenze macht der Unterschied 2027 rund 38 € im Monat aus.
Was passiert in der PKV, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahlen kann?
Nach einem Mahnverfahren werden Sie in den Notlagentarif umgestellt. Er deckt nur akute Erkrankungen, Schmerzzustände und Schwangerschaft ab. Bei Hilfebedürftigkeit halbiert sich der Beitrag im Basistarif. Beides sind Notlösungen, keine Planungsgrundlage.
Können Selbstständige zurück in die GKV?
Nur, wenn sie wieder versicherungspflichtig werden – etwa durch eine Anstellung mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (2027: 84.150 €) oder durch Arbeitslosengeld I – und jünger als 55 sind. Die Selbstständigkeit nur aufzugeben, reicht nicht. Ab 55 ist die Rückkehr in der Regel ausgeschlossen.
Quellen
- Bundesregierung: Kabinett – Beitragsbemessungsgrenzen 2027 steigen – 07.10.2026, Bundesrat ausstehend
- BMAS: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2027 (Bezugsgröße 4.130 €) – Referentenentwurf 21.09.2026
- BMG: Kabinett beschließt Pflegeneuordnungsgesetz – 30.09.2026, Entwurf
- GKV-Spitzenverband: Krankenkassenliste mit Zusatzbeiträgen – Stand 09.10.2026
- BMG: GKV-Statistik KM1 (Mitglieder), Januar bis August 2026 – Stichtag 01.08.2026
- Stiftung Warentest: Private Krankenversicherung im Vergleich (Finanztest 3/2025) – 3/2025
- Stiftung Warentest: Standardtarif, Basistarif, Notlagentarif – Werte 2026
- PKV-Verband: So lesen Sie die Stiftung Warentest richtig – 19.02.2025
- Finanztip: Private Krankenversicherung im Alter – abgerufen 09.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung (Stand: 10. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Höchstbeitrag.de. Höchstbeitrag.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.